Comandantina Dusilova - genannt "Das Bureau" -
ist das Weblog der Wiener Autorin, Regisseurin
und Zeichnerin Andrea Maria Dusl.
Das Bureau ist ein ständig wachsendes Archiv ihrer, in Zeitungen
und Magazinen veröffentlichten Texte, Illustrationen
und Interviews. Im Bureau gibt es aber auch Informationen
zu ihren Filmprojekten und Nachrichten und
Überlegungen zu diesem, jenem und noch ganz anderem.
Portrait: © Corn
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Podcast von Dusls politischer Talkshow im Theater im Rabenhof
Das Photobureau von Comandantina Dusilova kümmert sich ums Schöne und Abseitige
Fünf Jahrgänge politische Zeichnungen im Magazin Format
21. Jul.
20. Jul.
20. Jul.
19. Jul.
17. Jul.
Es grünt der Baumgartner Heinrich
13. Jul.
Das Runde muss ins das Eckige ::: Tor der Woche 3
6. Jul.
22. Jun.
Polnische Parolen, hohle Katholen
4. Jun.
Sappho, Lesben, Lesbierinnen und Lesbier
2. Jun.
Nieder und Ober und Österreich
31. Mai.
12. Mai.
21. Apr.
2. Apr.
Polnische Parolen, hohle Katholen
25. Mär.
22. Mär.
15. Feb.
Kinder, Könige, Knete und Knöpfe
14. Jan.
13. Jan.
11. Jan.
Neuer Dusl-Roman!
Channel 8
Es gibt nur eine Frage: Wer bist du?
Andrea Maria Dusl
Channel 8
Eine atemberaubende Liebesgeschichte voll transzendentaler Schönheit!
"Welchen Tag haben wir heute?"
"Dienstag", sagte der Barkeeper und stellte
einen zwiefachen Martell auf den Zinc.
"Und welche Stadt?"
"Paris."
"Sind Sie sicher?"
"Ich bin mir sicher", sagte der Barkeeper.
"Und gestern?"
"Montag. Auch Paris. Hier ist immer Paris,
Monsieur, seit ich mich erinnern kann."
"Seltsame Dinge passieren", sagte Valentin."
Durch Zufall erfährt Valentin, erfolgreicher Fernsehjournalist für den internationalen Pariser Nachrichtensender „Channel 8“, dass seine verstörenden Träume höchst real sind. Verwirrt begibt er sich auf die Suche nach den seltsamen Bildern, die in seinen nächtlichen Visionen herumspuken. Er reist in die Stadt, die ganz offenbar der Schauplatz dieser Träume ist: Sankt Petersburg.
Valentin ist auf unheimliche Weise mit einer russischen Künstlerin verbunden, die als Taschendiebin arbeitet. Der mundane Reporter und die melancholische Schönheit träumen einander. Wie zwei Radiostationen, die auf derselben Frequenz senden, erleben sie das Leben des jeweils anderen im Traum.
Auf der Suche nach der fremden und doch so nahen Frau brechen die Ufer zwischen Traum und Wirklichkeit ein und beide überschreiten Grenzen, deren Existenz sie bislang nicht einmal geahnt hatten. Die Liebesgeschichte zwischen den so widersprüchlichen Charakteren wird zu einem Tanz auf dem engen Grat zwischen Leben und Tod.
...........
"Channel 8" bestellen oder Dusl buchen? Hier geht's zur ---> Residenz-Homepage von Channel 8. Und hier zur ---> Channel-8-Community-Seite auf Facebook. Schon mal was lesen von Valentin, Anastasija, Rotor und Kifti Rost?
--> Vorabdruck in der Presse. Der letzte Dusl-Roman
Boboville
Wir sind das Ungetane der Stadt, das Taumeln, der Irrsinn.
Andrea Maria Dusl
Boboville
Die Stadt in den Städten.
In aberwitzigen Episoden taumle ich durch eine Stadt voller Bobos, bourgeoiser Bohemiens. Treffe den Hippiebäcker mit dem LSD-farbenen Haar, den Kabarettisten mit dem scharfen Messer, verhandle mit Plattenhändlern und Photographen, Kanzlern und Kletterern. Sie alle sind ewig auf der Suche, landen überall, aber sie kommen nie an. Denn sie leben in Boboville.
"Es ist kalt. Die Platanen vor meinem französischen Atelierfenster, am Platz, der nach Hugo Wiener benannt ist, sie wogen im Tiefdruckwind. Thomas Glavinic redet im Fernsehen. Gerade war Charlotte Feuchtgebiet im Apparat. Zu Gast bei Boboobergott Harald Schmidt. Die Welt ist voller Schriftsteller. Voller Fallensteller. Alle sind sie welche. Hugo Wiener selig, Glavinic, Feuchtroche. Beuteschwabe Schmidt. Bobos wohnen in Boboville. Der Stadt in den Städten."
Ich bin ewig auf der Suche, lande überall, aber ich komme nie an. Denn ich lebe in Boboville.
Ich bin eine von denen, vor denen meine Eltern mich immer gewarnt haben. Eine Ich-Erzählerin, schwer erkrankt an Geschichtengier, Dinggeschichtengier, Ideengeschichtengier. Komplett meschugge. Ich hänge an den Bars, fliesse durch die Lounges und zapple über die Dancefloors. Und wie alle anderen in Boboville bin ich ständig auf der Suche. Nach der Explorergitarre, dem Teiggesicht mit dem Lendenfett, der Geschichte von Hiram Abif, nach dem Zappa-Bootleg. Ich suche Anouk Aimée, in der Version von 8½, die Dreißigerjahrelampe mit dem breiten Schirm, schreibe Richtiges in die falschen Bücher und setze mich für Elmar in Flammen.
Wie all die anderen lebe ich in der Stadt in den Städten. In Boboville.
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Schon mal was lesen? Aber sicher!
--> Hier und hier.Dusl-Musik ausgegraben
Electric Silence
1991, an einem einsamen Sommer- Sonntag- Nachmittag habe ich in einem Hinterhof- Studio in der Wiener Haydngasse ein paar Nummern aufgenommen: Den Soundtrack zu meiner Kurzfilmserie Around The World in Eighty Days (In 80 Tagen um die Welt) - mit dem grandiosen Rainer Egger als Steinyo Pichler. Der Originalmix ist verschollen, die Achtspur-Bänder liegen bei Christian Fennesz, aber vorige Woche (im Spätnovember 2007) habe ich in einem Übersiedlungskarton eine Musicasette gefunden, auf der eines dieser verschollenen Stücke aufgenommen war. Jimmy Hennrich hat mir das eiernde, auf halber Geschwindigkeit laufende und stellenweise schon demagnetisierte Band digitalisiert. Electric Silence ist die Filmmusik zum Zweiminüter Nach Attnang. Sämtliche Gitarren sind von mir gespielt, idem das Sample - John Bonhams Intro zu When The Levee Breaks. Unter den Gitarren liegt ein düsterer Layer, den ich auf Carlo Pelikans EMU-Keyboard gespielt habe. Der Pelikanole hat die Nummer auch gemischt. Die Slide-Gitarre ist eine blonde 58er Gibson 350 TD. Drüber liegt eine angezerrte Ibanez Artist. Both guitars are gone with the wind.
---> Electric Silence Download mp3Neues Dusl-Buch
Die österreichische Oberfläche
Meine neueste Perfidie, die Pathologie der Österreicherei ist gerade erschienen und liegt von Frankfurt bis Feldkirch in den deutschsprachigen Buchhandlungen!
Andrea Maria Dusl
Die österreichische Oberfläche
Österreich findet am Übergang zwischen Innen und Außen statt
Österreich, das Land zwischen Bodensee und Langer Lacke, zwischen Böhmerwald und den Karawanken. Die Heimat von Freud und Hitler, Almdudler und Kaiserschmarrn, existiert sie überhaupt? Oder ist Schnitzelland nur eine Erfindung? Die österreichische Filmregisseurin und Essayistin Andrea Maria Dusl stellt die nüchterne Diagnose: Österreich ist eine Illusion. Eine Einbildung, ein Oberflächenphänomen. Der Punschkrapfen unter den Nationen. Das Fettauge in der europäischen Rindsuppe.
Die österreichische Oberfläche beleuchtet essayistisch-kulturphilosophisch die österreichische Fassade – von der Z-Kugel bis zu Schüssels Socken –, seziert österreichische Verpackungen – von der Schnitzelpannade bis zur Sozialpartnerschaft – und widmet sich schonungslos der vielschichtigen Frage, woher wir kommen und wohin wir gehen. Andrea Maria Dusl deckt neue und alte Irrtümer auf und beantwortet einen Katalog voll ungestellter Fragen. Liegen Linz und Wien überhaupt an der Donau? War Kaiser Franz Josef überhaupt Habsburger? Womit siegelte Figl den Staatsvertrag? Und wem gehört Österreich überhaupt: Den Liftbesitzern oder der Ballmafia?
--> Leseprobe Download pdf
Andrea Maria Dusl Rabenhof Diskussion
Redezeit 2
Wie käuflich ist die Kunst?
Diskussion mit Mercedes Echerer - Schauspielerin, Gerald Matt - Kunsthallen-Direktor, Thomas Rabitsch - Musiker und Band-Leader, Thomas Trenkler - Kultur-Journalist. Gastgeberin: Andrea Maria Dusl - Jägerin und Sammlerin +++ Live: Sonntag, 21. Mai, 20 Uhr Theater im Rabenhof A-1030 Wien Rabengasse 3 +++ Kartenreservierungs-Hotline: Tel. 01/712 82 82 +++ Infos und Online-Reservierung unter: http://www.rabenhof.at Eintritt: € 5,-- +++ Redezeit gibt es auch im Fernsehen: Samstag, 3. Juni, um 20h +++ Kabel-Kanal OKTO
--> Redezeit Blog
--> Okto Redezeit Blog
--> Comandantina DusilovaVerve Impressions
Brass, Strings, Keys, Saxes, etc.
Universal Das Universum jener musikalischen Ausdrucksformen, die mit dem Etikett Jazz eingerext werden, lässt sich auf vielerlei Art bereisen. Für die Klientel des "Lieblingsartisten" erscheinen kiloweise Ausgrabungsergebnisse aus diversen “Vaults” und anderen Jazzlagerstätten. Die führenden Diziplinen dieser Schule, die Miles-Davisologie und die John-Coltraneologie widmen sich mit Doppel- und Dreifachalben, Out-Takes-Boxen, Legendary-Concert-Schubern und allerlei Jubiläums-Kisten dem Oevre der grossen Giganten. Eine anderere Jazzforschungsmethode fokussiert weniger den einzelnen Künstler, sondern widmet sich dem Genre, dem Stil, der Epoche und kompiliert Editionen mit Material verschiedener, aber miteinander musikalisch hochgradig verwandter Aufnahmen.
Einen völlig anderen, aber gewinnenden Ansatz zum archäologischen Verständnis des Jazzs hat die Edition Verve impressions der österreichischen Tochter des Musikmajors Universal, die Zugang zu den die Lagerstätten des Verve-Labels hat. Grabungsleiter Chrsitian Krug hat den Instrumenten des Jazzs 12 Doppel-CDs gewidmet und darauf grosse Namen mit weniger bekannten, aber nicht minder mitreissenden gereiht. Der schräge Ansatz hat eine erfrischende Konsequenz. Unter dem Stratum der grossen Namen liegen weniger bekannte Jazzinstrumentalisten, die zwar weniger berühmt, aber nicht weniger guten Jazz erarbeitet haben. Zudem geht die Edition Verve chronologisch vor, es lassen sich Entwicklungslinien im Umgang mit einem Instrument verfolgen, die überraschende Einblicke in die Geschichte des Jazz erlauben. Die Edition gerät dabei nie in Gefahr schnarchige Belehrung zu transportieren. Im Gegenteil, die Reise durch die Zeit ist leichtfüssig und erfrischend und lässt sich bei jedem Instrument (auch Vocals werden als eines verstanden) aufs Neue antreten.
Die Doppel-CDs “Brass” und “More Brass” (von Louis Armstrong über Chet Baker, bis Roy Hargrove), “Bigbands” (von Gene Krupa bis Vienna Art Orchestra), “Strings” und “More Strings” (von Reinhardt über Montgomery, Metheny bis Scofield), “Keys” (Mingus bis Wesseltoft), “Saxes”, “More Saxes”, und “Woodwinds” (von Coltrane bis Shorter), Female, Male und Voices (von Nat King Cole bis Cassandra Wilson). Das doppelte Dutzend ist Bügel- und Überlandfahrttauglich und wird dem Puristen mindestens so viel Dejavus bescheren wie dem Novizen Einlicke in das funklelnde Universum des Jazz. ANDREA MARIA DUSL für Falter 09/2006Würzmythos Maggi
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 04/2012

Liebe Frau Andrea,
in letzter Zeit taucht in meinem Freundeskreis immer wieder folgende Frage auf: Was wurde eigentlich aus Maggi? War die salzige Flüssigkeit früher in jeder Küche und auf jedem Wirtshaustisch zu finden, sind wir uns nun gar nicht mehr sicher, ob es das Produkt überhaupt noch gibt. Spricht man es wirklich "Matschi" aus? Einige behaupten, Maggi mache impotent, andere sagen, es bestünde zu 100 Prozent aus ausgekochten Schweineknochen. Ist da was dran?
Peter Abel, Wien Favoriten,
per Elektrobrief
Lieber Peter,
Ihre Erinnerung ist nicht getrübt, die kleine braune Flasche mit dem gelben Etikett und dem roten Spritznuckel durfte früher an keinem Tisch fehlen. Die braune Würzflüssigkeit Maggi, liebevoll auch “das Maggi” genannt, gehörte und gehört mit Salz, Pfeffer und Zahnstochern zur Grundausstattung eines österreichischen Wirtshaustisches. Die Beliebtheit der Sojasauce des Alpenlandes und jener des einfachen Wirten dürfte ähnlichen Konjunkturen unterworfen sein. Momentan fristet Maggi ein Dasein als Supermarkt-Bückware. Bobos meiden das als provinziell und altvatrisch begriffene Produkt und setzen urbane Mythen in die Welt, die genauerer Überprüfung meist nicht standhalten. Traditionell wird Maggi in gelinder Dosis, also in einer Menge von zwei bis fünf Tropfen in eine Rindsuppe gespritzt, wobei “spritzen” nicht der richtige Ausdruck ist. Maggiwürze wird mit einer, Österreichern seit Kindertagen vertrauten, schleudernden Drehbewegung des Handgelenks infudiert. Die Dünnflüssigkeit von Maggi sorgt für einen prokjektilartigen Tropfen, der mit hoher Geschwindigkeit in die Suppe eindringt und diese bräunt. Am Verdunkelungsgrad der Wirtshaus-Rindsuppe erkennen gelernte Österreicher die richtige Maggi-Konzentration. Maggi wird “Mággi” ausgesprochen, obwohl Julius Maggi, Schweizer Unternehmer mit lombardischen Wurzeln, der die Würze 1886 erfand, “Madschi” ausgesprochen wird. Der preiswerte Ersatz für Fleischextrakt wurde früher aus Sojabohnen und Weizen hergestellt, seit 2006 ausschlieslich aus Weizen. Schweine und ihre Knochen sind in Maggi nicht enthalten. Den Vorwurf der Impotenz dürfete nachfolgender Sinnspruch entkräften: Graf Kunibert von den Barocken, der wollte einmal kräftig bocken, doch weil sein Sack war schlaff und leer, schrie er dann lauthals “Maggi her!” www.comandantina.com dusl@falter.at
23. Januar 2012 (0) Comments
Weissrussische Fußabstimmung
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 03/2012
Liebe Frau Andrea,
im Standard vom 12. November letzten Jahres las ich über den langsamen politischen Absturz des weißrussischen, diktatorisch herrschenden Präsidenten Alexander Lukaschenko. Dort steht: "Heute würden nur noch 20 Prozent Lukaschenko wählen, da es keine Wahlen gibt, stimmt das Volk mit den Füßen ab." Wie ist diese Redewendung zu verstehen? Mit Neugierde erwarte ich Ihre aufklärende Antwort.
Hochachtungsvoll, Christoph Patak, Wien 14,
per Elektrobrief
Lieber Christoph,
die Redewendung, die Kollege André Ballin von der lachsfarbenen Tageszeitung erwähnt, ist wegen der Eindrücklichkeit des sprachlichen Bildes, das sie erzeugt, auch in anderen Sprachen gebräuchlich. Gemeinhin wird der US-amerikanische Ökonomie-Professor an der University of Washington, Charles Mills Tiebout (1924-1968) mit dem Diktum assoziiert. Tiebout polemisiert 1956 damit gegen den körperlichen Umzug in ein anderes Land - eines, das der jeweils eigenen politischen Ideologie näherstehe, als das, in dem man aufgewachsen sei. Die Abstimmung finde mit den Füssen statt, ein Ändern der Regierung und ihrer Politik durch das Votum werde nicht erwogen. Eine erste Konjunktur des Begriffs leiteten 1961 bundesdeutsche Kommentatoren ein, die die Flucht aus der DDR als “Abstimmung mit den Füssen” bezeichneten. Josef Müller-Marein, zu dieser Zeit Chefredakteur der ZEIT, erweitert das Sprachbild am 21.07.1961 in seiner Wochenzeitung. Er schreibt von den Bauern “Sowjetdeutschlands”, die “mit den Füßen gegen das Regime gestimmt” hätten: “zuletzt im Sommer 1960, als Ulbricht die Landwirtschaft kollektivierte. Soweit sie daheim blieben, stimmten sie dann auch auf andere Weise gegen Ulbricht: mit den Händen in der Hosentasche.” Auch der Mauerfall und das Ende der DDR sollten 28 Jahre später generell als “Abstimmung mit den Füssen” bezeichnet werden. Als tatsächlichen Autor des Begriffs dürfen wir den russischen Politiker und Demagogen Wladimir Iljitsch Uljanow ausmachen, niemand geringeren als Lenin. "Sie stimmen mit den Füßen ab", kommentierte dieser 1918, nicht ohne spöttischen Unterton die Entscheidung der russischen Armeen, nicht mehr zu kämpfen, sondern die Linien zu verlassen und schlicht und einfach heim zu gehen. www.comandantina.com dusl@falter.at
16. Januar 2012 (0) Comments
Weltuntergang
Red Bull fragt, Frau Andrea antwortet.
Angenommen, die Welt geht unter und wir haben die Chance, einige wenige, sehr wichtige Dinge zu retten, in dem wir sie auf dem Mond zwischenlagern und später auf die „Erde Version II“ (Douglas Adams) bringen. Welches wichtige Ding müsste dabei sein? Warum gerade diese Dinge?
Irgendwann in hellgrauer Vorzeit hat der sumerische Flutmensch Ziusudra aus Shuruppak den Befehl erhalten, in der Sonnenstadt Sippar die auf Tafeln eingeritzte Weisheit der Vorfahren zu vergraben. Tafeln aus zwei verschiedenen Materialien - Stein und Lehm. Dies in der Erkenntnis, dass beim Strafgericht durch “Gott” Steintafeln die Flut, Lehmtafeln aber das Feuer überdauern würden. Weiss irgendjemand noch, wo diese verdammten Tafeln sind? Und wieso soll das beim Weltuntergang II besser funktionieren?
Andrea Maria Dusl, Filmemacherin und Autorin
13. Januar 2012 (0) Comments
Giksigaksi Fiksifaksi
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 01.02/2012
Liebe Frau Andrea,
es ist mir unverständlich, dass Amerikanerinnen bei gewissen Intimitäten bis zur
Aggressivität "fuck me!" schreien, einem aber die noch halbvolle Whiskyflasche
am Kopf zerschlagen, wenn man zu ihnen "fuck you!" sagt. Können sie mir das
bitte sowohl linguistisch als auch psychologisch erklären?
Ernst Ranna-Rahn, per Gesichtsbuchdirektnachricht
Lieber Ernst,
ich werde versuchen, etwas Licht in Ihr Liebesleben zu bringen. Das F-Wort ist die meisttabuisierte und gleichwohl meistgebrauchte Silbe der englischen Sprache. Fuck (Fick, ficken) gehört mit shit (Scheiße), piss (Pisse), cunt (Fotze), cocksucker (Schwanzlutscher), motherfucker (Mutterficker) und tits (Titten) zu den Seven Dirty Words, den “Sieben schmutzigen Wörtern”. Den Begriff verdanken wir dem US-amerikanischen Kabarettisten George Carlin, der diese willkürliche Zusammenstellung von Unaussprechlichkeiten 1972 erstmals in seinem Programm “Seven Words You Can Never Say on Television” (Sieben Wörter, die man im Fernsehen niemals sagen kann) verwendete. Die schon im Mittelalter gebräuchlichen Wörter gelten als ungeeignet für die öffentliche Ausstrahlung in Radio- und Fernsehsendungen in den Vereinigten Staaten. Sie werden in geschriebenem Material vermieden, und in den seltenen Fällen, in denen sie dennoch ausgesprochen werden, etwa in “Live-Shows”, mit bleeps (Pieptönen) zensuriert. Es ist nicht zuletzt diese mediale Auslöschung, die zu einer Konjunktur der in der Regel vierbuchstabigen Wörter im privaten und halbprivaten Gebrauch führt. Eine wunderschöne Illustration von Tabu und Überschreitung liefert der US-Komiker Larry-David in Folge 10 der 3. Staffel seiner Kult-Serie “Curb Your Enthusiasm”. Hier kommen die Gäste eines frischeröffneten Hollywood-Lokals dem unter Tourette leidenden Küchenchef im Rahmen einer politisch korrekten Solidaraktion mit dem spontanen Gebrauch von fuck, cock, cunt, piss und shit zu Hilfe. Zurück zu Ihrem Liebesleben: Vermeiden sie bei Intimitäten mit Damen aus Puritanistan nach Möglichkeit das insultierende “fuck you” und antworten sie ihren Liebespartnerinnen auf “fuck me”: “mais bien sur mon chéri!” www.comandantina.com dusl@falter.at
9. Januar 2012 (0) Comments
Wie heisst ein weiblicher Bauherr?
"Wie heisst ein weiblicher Bauherr? Wie heisst die Auftraggeberin eines neuen Hauses? Wie nennt man eine Frau, die ein Haus bauen lässt? Hausfrau? Sicher nicht. Dame des Hauses? Naja. Die deutsche Sprache ist in dieser Frage etwas langsam unterwegs. Die Wirklichkeit hat den Sprachgebrauch längst überholt. Aber wie sagt man jetzt? Die Begriffspaare Herr und Dame, Herr und Frau führen zu komischen Ergebnissen: Aus dem Bauherrn wird die Baudame und - noch schlimmer: die Baufrau. Also das geht gar nicht. Ein Ausweg aus dem Genderlexikon ist die Bauherrin. Ich finde, das geht. Es ist nicht schön, aber es geht. Was aber passiert mit dem Mann einer Bauherrin? Er ist, so will und darf es die Sprache, der Baufrauer, der Baudamer. Der Mann einer Bauherrin ist allenfalls, mir gefiele das am besten, der Baufrauerich."
Andrea Maria Dusl, Wien, 5.1.2012,
für Ulf Hiessberger und Marina Hämmerle.
5. Januar 2012 (0) Comments
Best of Geld
Drei Feudl, die gute Währung, Geld das man versteht. Knödl mit Sinn.
Für "Best of Böse" - das Krisenheft. In Falter 51/2011.
20. Dezember 2011 (0) Comments
Liebe Jahresendpersonen!
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 51/2011
Liebe Fragende!
Das Jahr Elf des Jahrtausends senkt sein krisengeschütteltes Haupt, die Strassen sind aper von Schnee und Eis, Punschkranke sitzen in Bim, Bus und Uh, sie miachteln nach Tschik und Angst und Seelennässe. Die Verlorenen studieren Kontoauszüge und Kassenbelege. Noch gibt es welche. Auf ihren schlotternden Knien lastet schwer der Kleingeschenke Segen für die Lieben daheim und die Kollegen in den rauchigen Bureaus unserer kreditverklemmten Unternehmen. Die Krise kommt. Vielleicht. Aber vorher kommen die Geschenke. Und die Wünsche.
Am Ende des Falterschen Dienstjahres macht die Kolumne von Frau Andrea eine Ausnahme, sie beantwortet keine Fragen, stillt keinen Wissensdurst, bringt kein Licht in die Schatten, sie richtet sich mit einer kleinen Wunschliste an das Salzamt. Hier haben sich, wie stets an den kürzesten Tagen des Jahres, ein paar Herrschaften eingefunden, die sich hauptberuflich mit dem Dezemberausklang beschäftigen: Eine junge Dame im goldenen Engelshabit, blond die Locken, die Krone in ein Märchen von Haar gesteckt. Rot und weiss ist das Wams des alten Mannes mit dem pigmentlosen Bart, er brummt Ho und Ho und dann nochmal Ho. Ihm gegenüber: ein eleganter Herr im englischen Tuch, seine Wangen duften nach Divjak's feinem Cologne. Genagelt sind seine Schuhe, Konfetti schneit ihm von Schultern und Scheitel. Der Herr mit dem großbürgerlichen Habitus ist diesmal derangiert vom Schaumwein aus dem Hause Mumm. Monsieur ist uns Brights als Jahresendperson bekannt. Diese Kolumne ist die letzte des Jahres. Sie richtet sich traditionell mit einer kleine Liste von Wünschen an diese drei Herrschaften.
Liebes Christkind, lieber Weihnachtsmann, sehr geehrte Jahresendperson!
Ihr seid machtlos und scheu. Ihr werdet meine Wünsche zu den anderen in die Lade legen. Aber ich bin unbeirrt wie immer. Möget Ihr 2012 doch bitte folgendes in Erfüllung gehen lassen: 1. Die Wiedereinführung der Zukunft. 2. Die Restauration der Visionen. 3. Einen Rettungsschirm für die Menschen. 4. Die Umverteilung von Oben nach Unten. 5. Die Trennung von Kirche und Staat. 6. Die Trennung von Staat und Bosheit. 7. Ein Musikgedudelverbot in Gaststätten und Geschäften. 8. Gute Luft in guten Lokalen. 9. Die Einführung von 24-Stunden Delis nach New Yorker Vorbild. 10. Gutes Wetter. www.comandantina.com dusl@falter.at
18. Dezember 2011 (0) Comments
Alles, was ich kann, ist: die Geschichte zu erzählen. Und das muss reichen.
"Ein heiliger Mann begab sich an eine bestimmte Stelle im Wald, um zu meditieren, Feuer anzuzünden und zu beten, auf dass das Unglück von der Welt gewendet werde. Einige Zeit später ging einer seiner Schüler ebenfalls dorthin, aber er wusste das Feuer nicht anzuzünden, und so betete er nur. Wieder einige Zeit später hatte der Nächste das Gebet vergessen und wusste das Feuer nicht anzuzünden; immerhin war er in der Lage, die geheime Stelle im Wald zu finden. Und nach weiteren Jahren sagte ein Schüler: »Ich kann das Feuer nicht anzünden, ich kenne das Gebet nicht und nicht die Stelle im Wald. Alles, was ich kann, ist: die Geschichte zu erzählen. Und das muss reichen."
via Ernst Strouhal, 15.12.2011.
Vermutlich aus "Katalog zur Ausstellung »Christian Boltanski. Inventar«, Uwe M. Schneede (Hg.), Hamburg 1991, S. 5"
17. Dezember 2011 (0) Comments
Ente gut, alles gut
Für Der Standard RONDO vom 16.11.2011
15. Dezember 2011 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 165 - Looking Back
Folge 155 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 41/2011.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen ---> Das Unendliche Panorama - Archiv
und hier zum Panorama als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
11. Dezember 2011 (0) Comments
Frau Andrea fragt die Fragenden
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 50/2011
Liebe Fragende,
mit grossen, müden Schritten eilt das Fragenjahr an den Punschständen vorbei, an Maronibratern und Kartoffelscheibenversalzern, es bahnt sich seinen Weg durch noch Müdere, Hektische, Kleinscheisseinkäufer, Großgeschenkeaquisiteure und Endzeitsuchende. Längst brennen die Kränze, bimmelt der Advent, Freude kommt auf, Goldlocke kommt bald. Vor der traditionellen Wunschliste an Christkind, Weihnachtsmann und die Jahresendperson erlaube ich mir, den Spiess umkehrend, das gschätzte Publikum dieser Kolumne mit einer Feiertagsaufgabe zu betrauen. Es gibt tatsächlich, und in nicht minderer Zahl, Fragen, die sich meinem Beantwortungsregime hartnäckig verweigern. Liebe Leserin, lieber Leser, da draussen in den Wohnzimmern und Küchen, Ateliers und Bureaus, ja gewiss auch in den Schankräumen und Hinterzimmern der Republik, vielleicht können sie Frau Andrea helfen, ein paar Dinge zu beantworten. Ich bitte um Auskunft! Woher kommt der wienerische Ausdruck “Bracholder” oder “Brachoida” für Rippenstesser, Ellbogenrempler und andere ähnliche Körperinsulte? Wohin sind die offenen Zugfenster verschwunden? Kann man in einem Bus wegen Schwarzfahrens erwischt werden? Wird das Geld weniger oder nur die Anzahl der Bankomaten? (Nach gängigen Krisentheorien müsste es doch umgekehrt sein.) Wovon leben die hunderten “chinesischen Restaurants” in Wien? (Von der Schar ihrer Gäste wohl kaum. Gerät man zufällig - durch Hunger oder Zeittotschlagenot - in ein Gasthaus aus dem Reich der Mitte, ist man stets der einzige Gast.) Wieso wird die Pummerin nur in den letzten Sylvester- und ersten Neujahrsminuten geläutet, der einzigen Uhrzeit des Jahres, zu der sie wegen Raketen- und Böllerkrachs garantiert nicht zu hören ist? Wieso gibt es in Wien tausende Schlüsselmacher und abertausende Sohlendoppler, aber nur mehr eine Handvoll Fleischhauer? Wieso bekommt man in einem Labor immer einen Termin, auch unangemeldet, beim Augenarzt aber nie, und wenn doch, erst in Monaten? Und abschliessend eine Frage an die Stadt-Botaniker unter uns: Nach welchem Geheimplan wurden in Wien die wenigen, rosarot blühende Kastanien gepflanzt? Der einen oder anderen Antwort harrend bedanke ich mich für Ihre Aufmerksamkeit.
Beste Grüsse und Wünsche, Andrea Maria Dusl, Leopoldstadt, in kaskadierender Textübergabe. www.comandantina.com dusl@falter.at
11. Dezember 2011 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 164 - Bloody Venice
Folge 164 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 50/2011.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen ---> Das Unendliche Panorama - Archiv
und hier zum Panorama als Endlosanimation ---> Das Unendliche Panorama - Directors Cut
11. Dezember 2011 (0) Comments
Ostegen lassen!
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 49/2011
Liebe Frau Andrea,
eine Freundin berichtete mir freudeglühend von Ihrem Beitrag zur Langen Nacht der Kolumnisten im Rabenhof. Sie erörterten die Wiener Bim-Sitte des Aussteigenlassenfragens. In meinem kleinen Falter-Archiv konnte ich die betreffende Kolumne nicht finden. Können Sie mir weiterhelfen?
Peter Paul, Margareten, per Bernsteinfunkennachricht
Lieber Paul,
die hilfreichen Erörterungen zum Thema “Aussteigenlassen” erschienen in Falter 19/2002. Das ist nun schon “a Dseiddl hea”, wie die Fachleute sagen. Ich erlaube mir, Ihnen ein Update des damaligen Befundes anzubieten. Oisdaun. Wer in Wien mit Bim, Bus oder U fährt, kennt die Frage. Wildfremde Menschen hauchen sie Dir ins Genick: "Tschullingsi, stegen se os?" Die Unsitte des Stegen-se-os-Fragens kenne ich seit meiner Kindheit. Sie trat alternierend zur Schelte huttragender Damen auf, die Kindern, die es wagten, einen Sitzplatz zu benutzen, mit einem zornig gepressten "Schämst dich nicht?" einheizten. Das "Tschullingsi, stegen se os?" scheint so alt zu sein wie das Straßenbahnfahren selbst, und es entspringt der Angst, den Ausstieg aus der Beförderungseinrichtung nicht mehr zu “derglengen”. Das kann fatal sein, denn wegen einer zu spät beim Aussteigetürl erschienenen Passagierin hat noch kein einziger Öffipilot in der Geschichte des Wiener Kommunalverkehrs seinen Tür-auf-Knopf noch einmal gedrückt. In hoher Flucht-Pein wird ein Wiener Tramwaybenutzer, ein Wiener Busbeförderter auch "Austeigenlassen!" rufen. Mit einem kehligen Sopran, wohl wissend, dass er damit nicht mehr bewirkt, als aufgehende Impfnarben oder ein vorwurfsvolles "Na, na!" Als Privatrevolutionärin begrüße ich als Antwort auf die Stegen-se-os-Frage das kryptische "Man wird sehen". Auch ein gefährlich mit den Zähnen geknirschtes "Sie müssen mir Zeit geben" lohnt die Mühe. Skeptizistischer Experimentalismus - “Aussteigen wird überbewertet” und Radikalaltruismus - “Nein, gewiss nicht” liefern brauchbare Positionen in diesem Sprachspiel. Slawische Seelen greifen zum Halbinsult: “Jebem ti, Kollega, was mus?”, bundesdeutsche zu Antworten wie "Ich bin neu hier, wie geht das?" und "Ich steige grundsätzlich nich aus". www.comandantina.com dusl@falter.at
5. Dezember 2011 (0) Comments
Dreimal Toi und nie Macbeth
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 48/2011
Liebe Frau Andrea,
ich traf gestern auf der Strasse eine schreibende Kollegin, sie war unterwegs zu einer Lesung in einem kleinen Wiener Theater. Auf mein herzliches “Toi Toi Toi” antwortete sie mir freudestrahlend mit “Vielen Dank!” Das bringt doch Unglück, oder? Muss ich mir Sorgen machen?
Denise Hirsch, Döbling, per Bernsteinfunkennachricht
Liebe Denise,
Sie dürfen sich Sorgen machen. Obwohl ich mich als aufgeklärte Person begreife, führe ich mit dem Aberglauben eine Fernbeziehung. Lange Jahre am Theater haben mich gelehrt, die No-Nos der Bühne ernst zu nehmen. “Toi Toi Toi” bedeutet eigentlich das dreimalige (verballhornte) Anrufen des Teufels. Eine richtige Antwort darauf wäre “Hals- und Beinbruch“ (vom jiddischen hasloche un’ broche - Glück und Segen). “Danke“ jedenfalls zieht Unglück an. Lassen Sie sich berichten! Fürs nächste mal möchten Sie Ihre Freundin doch auch vor anderen Punkten aus dem Katechismus des Theateraberglaubens warnen. Unglück bringt das Pfeifen auf der Bühne, es erinnert an das Geräusch brandgefährlich pfeifender Gaslampen. Unglück bringt das Lugen durch den Vorhang vor dessen Aufgehen, sowie das Proben an Sonntagen. Verboten sind die Farben Gelb und Grün, diese sind des Teufels. Pech bringen echte Spiegel, das Tragen des eigenen Hutes, frische Blumen sowie Pfauenfedern und andere Requisiten mit Augen - diese haben den bösen Blick. Das Aussprechen des Wortes Strick für Seil bringt Unglück, wohl wegen der beliebten Schauspieler-Selbstmord-Variante, sich im Schnürboden zu erhängen. Ebenso ist das Stricken verpönt, dies wegen der spitzen Nadeln. Großes Unglück bringt das Vortragen der letzten Zeile des Stückes vor der Premiere. Detto Applaus bei der Generalprobe. Als schlechtes Omen für die bevorstehende Vorstellung wird gedeutet, wenn sich der erste Zuschauer, der den Theatersaal betritt, in die erste Reihe setzt, oder wenn es sich beim ersten Zuschauer um eine alte Frau handelt. Sitzt ein Rothaariger in der ersten Reihe, muss der Vorhang noch mal herunter gelassen werden. Ganz schlimm ist es, innerhalb eines Theaters den Namen „Macbeth“ zu nennen oder ihn generell in einem Gespräch über Theater zu erwähnen. Englischsprachige Schauspieler sprechen daher generell von “that Scottish play”. Zuletzt sei beherzigt: Theaterfick bringt selten Glick.
www.comandantina.com dusl@falter.at
28. November 2011 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 163 - Bloody Kangaroo
Folge 163 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 49/2011.
Hier geht's zu sämtlichen Folgen ---> Das Unendliche Panorama - Archiv
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25. November 2011 (0) Comments
Das Unendliche Panorama
Folge 162 - Bluttag
Folge 162 meines Unendlichen Panoramas. Ins Bild klicken für grosse Version.
Erschienen in Falter 48/2011.
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25. November 2011 (0) Comments
Kleiner Knigge des Liftfahrens
Für meine Kolumne 'FRAGEN SIE FRAU ANDREA' in Falter 47/2011
Liebe Frau Andrea,
ich fahre viel Lift, und andere tun dies auch. In der U-Bahn-Station, im Amtshaus, im Einkaufszentrum, in der Tiefgarage, im Privathaus. Wie benimmt man sich da jetzt richtig? Darf man sprechen in Liften? Essen? Telefonieren? Auf ihre sachdienlichen Hinweise freut sich
Sarah Dahlenburg, Landstrasse, per Bernsteinfunkennachricht
Liebe Sarah,
Sie schlagen ein ungeschriebenes Kapitel im Kodex modernen Kommunikationsverhaltens auf. Lifte, wir alle kennen sie, sind fahrbare Gefängniszellen. Die menschliche Psyche reagiert mit einem Notprogramm auf die Kurzzeitinhaftierung in einem modernen Lift: Knopf drücken, Knopf drücken lassen, Schweigen, verhaltenes Hüsteln, bewegungsloses Warten. An sich wäre das nichts Schlimmes, eine Liftfahrt in hermetischer Verharrung. Zu kurz ist die Zeit zur Anbahnung neuer Bekanntschaften, zu kurz für ausgiebigen Streit oder nachhaltige Versöhnung. Nicht einmal ein Witz geht sich aus in einem Lift. Von gelungener Sexualität ganz zu schweigen. Es sind die Defizite an Raum und Zeit, die uns ein Notprogramm an Bewegungslosigkeit und Kommunikationsstillstand abspulen lassen. Es sei denn, innere und äussere Mechanismen durchbrächen diese Grenzen: Unstillbarer Geschlechtstrieb. Fernmundgespräche. Tourette und Logorrhoe, Bewegungszwang und Trippelfieber. Im Folgenden eine Generalerlaubnis für Lifte aller Art. Sie dürfen Zappelnden zuflüstern: “Es ist gleich vorbei.” Sie dürfen bei einem Handytelefonat in gleicher Lautstärke mitsprechen und dieses gegebenenfalls auch beenden - mit kristallinem Blick, gesetzter Stimme und dem Text “Gespräch ist jetzt zu Ende”. Im Zweifelsfall dürfen sie Handyphonierenden das Gerät auch abschalten. Auch bei nahmündlichen Privatgesprächen dürfen sie jederzeit mitreden. Und diese mit den Worten finalisieren: “Das besprechen wir dann draussen.” Sie dürfen Fummeleien mit Ohrfeigen beantworten. Sie dürfen Fast-Food-Essenden je nach Anlass die Sätze zuraunen: “Zwiebel machen impotent”, “Pizzateig tötet Gehirnzellen”, “ins Eis mischen sie jetzt Weichmacher”. Wollen sie alleine fahren und Zusteigende abhalten, können sie mit Offizialstimme verlautbaren: “Vorsicht, dieser Lift wird eingezogen.” www.comandantina.com dusl@falter.at
21. November 2011 (0) Comments
Beton

Österreichs oberster Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer.
Für Falter 46/2011.
18. November 2011 (0) Comments


